Freetouring in Japan: Erfahrungen aus Niseko, Yotei und Furano
Japan zum Freeriden und Skitourengehen war schon immer ein Traumziel – aber in den letzten Jahren hat sich daraus ein regelrechter Boom entwickelt. Doch wie viel davon ist Mythos – und was erwartet einen wirklich? Wir waren vor Ort und wollen euch unseren Eindruck mitgeben.
Als sich die Möglichkeit ergab, nach Japan zu reisen, mussten wir nicht lange überlegen. Von Wien ging es über Tokyo weiter auf die Nordinsel Hokkaido. Nach dem langen Flug war der Weiterflug nach Sapporo aufgrund des Neuschnees zunächst ungewiss. Nach einigen Stunden Verspätung kam schließlich die Freigabe – mit dem Hinweis, dass wir im Zweifel wieder umdrehen müssten.
Wir hatten Glück. Zwei Stunden später landeten wir, stiegen ins Auto und erreichten nach weiteren drei Stunden Niseko. Eine Weltreise, im wahrsten Sinne des Wortes.
Skitourengehen bei Niseko
Eigentlich wollten wir den ersten Tag zum Akklimatisieren im Skigebiet verbringen. Aufgrund des Neuschnees blieben die meisten Backcountry Access Gates jedoch geschlossen. Deshalb entschieden wir uns direkt für eine Skitour.
Die Bedingungen waren genau so, wie man es sich vorgestellt hat: viel Schnee, sehr leicht durch die tiefen Temperaturen und tief. Durch das Wetter und die relativ angespannte Lawinensituation waren wir an diesem Tag nur mit wenigen anderen unterwegs. Nach einem unglaublichen Skitag ging es direkt beim Parkplatz in ein Onsen, eine japanische heiße Quelle, um uns wieder aufzuwärmen.
Endlose Tree Runs auf Mount Yotei
Am nächsten Tag war das Wetter besser, die Schneedecke hatte sich etwas gesetzt und die Gates im Skigebiet Niseko United waren offen. Obwohl wir auch an diesem Tag geniale Runs hatten, waren wir von den Menschenmassen etwas abgeschreckt. Wenn man das erste Mal dort ist und kein Netzwerk hat, das einem Insider-Tipps gibt, fährt man wahrscheinlich spätestens ab dem dritten Run in komplett verspurtem Gelände.
Das absolute Highlight in der Niseko-Gegend war Mount Yotei. Von vielen Webseiten und Führern gut beschrieben und entsprechend beliebt. Den halben Aufstieg waren wir noch relativ alleine unterwegs, bis wir auf eine der klassischen, gut beschriebenen Routen gestoßen sind. Plötzlich bewegten wir uns wie in einer Ameisenkette. Aussicht gabs aufgrund der auch an diesem Tag vorhanden typischen ‘Wolkenhaube’ leider auch keine. Die Abfahrt hätte dann allerdings nicht besser sein können. Ich hatte im Vorfeld schon gut die Karte studiert, sodass wir über eine alternative Abfahrt praktisch den ganzen Berg unverspurt und abseits der Massen eine der besten Abfahrten meines Lebens genießen konnten.
Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen von SKI, EAT, SLEEP, REPEAT.
Die zweite Hälfte des Trips verbrachten wir rund um Furano. Dort war alles deutlich günstiger und weniger los als im Hotspot Niseko. Durch das etwas kontinentalere Klima ist auch das Wetter tendenziell stabiler, die Berge höher und das Gelände alpiner. Die Haupt-Tourengebiete sind allerdings auch hier recht gut besucht. Trotzdem konnten wir immer wieder einsame Touren finden und großartige Abfahrten erleben.
👉 Bergführer-Tipps:
Backcountry Access Gates checken – oft wird erst in der Früh entschieden, welche geöffnet sind. Flexibel planen lohnt sich.
Mehr Skitourengehen statt Skigebiet. Beim Setup würde ich nächstes Mal stärker auf Tourenfokus gehen. Durch die Schneeverhältnisse macht auch ein leichterer Ski richtig Spaß. Eine Mittelbreite um 110 mm ist ideal.
Ressourcen wie Hokkaido Wilds sind extrem hilfreich. Dort sind meist die Standard-Runs beschrieben – es lohnt sich aber, selbst auf der Karte weitere Optionen zu suchen. So ist man oft plötzlich wieder alleine unterwegs. Kartenlesen zahlt sich aus.
Früh aufstehen. Es ist viel los – wer früh dran ist, hat weniger Stress beim Parken, ist den anderen voraus und bekommt die besten Lines zuerst.
Lust bekommen?
Wenn du Lust hast, solche Touren selbst zu erleben – egal ob alleine, mit Freunden oder als Gruppe – melde dich am besten frühzeitig. Wir planen gerne deine unvergessliche Skitourenreise.
👉 Schreib uns einfach unverbindlich – wir planen gerne gemeinsam dein nächstes Abenteuer.